17 April 2012

 "Es ist beschissen in den Zweitausendern groß zu werden. Von allen Seiten der Input, ein Leben ohne Entschleunigung, nur Twitter, Smartphones, Alles.
 Bis zum Abitur geht es halbwegs, da ist der Weg zum Ziel gesteckt. Aber danach? Während uns Praktikastellen, Studienplätze und Auslandsaufenthalte an Armen und Beinen packen und zum Vierteilen ausholen gibt es von hinten stetig Druck: Schneller, besser, größer! Wir sind ohne festes Rollenbild, die erste Frauengeneration die nicht nur in der Theorie alle Chancen der Welt hat und sind damit grenzenlos überfordert. Es quält, dass jede Entscheidung gleichzeitig tausende Gegenentscheidungen bedeutet. Mit den glänzend polierten Facebookprofilen  hunderter Bekanntschaften kann unser recht realistisches Eigenbild nicht mithalten - und resigniert. 
Immerzu leben uns Menschen  Alternativen zu unserem Lebensstil vor. Das Resultat ist ein ständiger Vergleich, ein Niemals-Genug Gefühl. Bevor wir uns zusammenreißen und den einen, unseren Weg gehen ziehen wir uns lieber zurück. Verharren in der Bedeutungslosigkeit, nehmen den Mittelweg, scheuen Hindernisse und fliehen in die Depression. Relativ hilflos leben wir das, was sich gerade ergibt und versuchen die Balance zu halten, irgendwo zwischen Sicherheit und dem Alle-Chancen-offen-halten. 
Das funktioniert nicht. Man muss sich entscheiden. Durch eine Tür gehen und nicht ewig im Flur warten, denn hässlicher als dieser ist sicher kein Raum. In den Pott der Möglichkeiten greifen und sich den Weg selbst stecken. Courage haben. Sich Ignoranz gegenüber verlogenen Facebook-Identitäten  aneignen. Herausfinden was man will. Rausgehen. Habt den Mut die falsche Entscheidung zu treffen. Seid stark, das Leben ist schön wenn man sich nur dafür entscheidet."


Diesen Text habe ich im "Sudelbuch" der lieben Ronja entdeckt und ich finde sie beschreibt dieses leidige Thema wirklich treffend.Wer kennt es nicht irgendwie dieses "Niemals-Genug Gefühl" und das "sich nicht entscheiden können"... Ist man zufrieden mit dem was man hat?Könnte man etwas besseres haben?? Was genau ist es das einen dann im Endeffekt wirklich glücklich und zufrieden macht???...Fragen über die ich mir lange das Hirn zermardern könnte und es auch tue um danach genauso schlau zu sein wie vorher."Den Mut haben die falsche Entscheidung zu treffen"-ich versuchs.Danke Ronja!


Kommentare:

  1. danke fürs Teilen! Das ist sehr gut in Worte gefasst und beschreibt tatsächlich einen Konflikt der Informationsgesellschaft. Aber andere Generationen waren mit anderen Problemen konfrontiert und somit hatte jeder Jahrhundert Abschnitt seine "beschissenen" Seiten. Immer nach der positiven Seite suchen und das beste für sich raus nehmen :)

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  2. So recht hast du!! Alles ist möglich - macht alles wertlos und scheinbar unmöglich... Das Lied dazu ist wirklich zu passend. Zu nah am Traum dran um ihn zu verwirklichen, das sind wir die aus dem 21. Jahrhundert.

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